Bevor es wieder zum ueblichen “wir haben so viele tolle Sachen gesehen”, heute mal eine andere Reihenfolge und mal Klartext!
Jetzt ist es mal an der Zeit hier dieses “Neuseeland ist ja so toll Image” ein wenig grade zu ruecken! Wenn man ein wenig im Internet sucht, findet man ja immer diese ach so tollen Berichte ueber das Land und die Leute. Ueber die Maori haben wir uns ja schon genug ausgelassen… aber jetzt hats mal wieder was auf die Spitze gebracht! Wir waren bei einer “Show” wo Angora Kaninchen geschoren werden sollten. Direkt bei der Ankunft haben wir direct die Staelle gesehen: die Hasen waren in Gitterkaefigen ohne Heu, Stroh oder sonst was. Auch gerade so gross, dass sie sich drehen konnten und gestunken hats auch ganz schoen (Hasen haben keinen Eigengeruch…). Drin gings weiter! Wir haben die Show verpasst, konnten aber noch sehen, was passiert ist. Der Hase lag wie auf einer Streckbank, alle 4 Pfoetchen nach aussen gezogen. Das waere ja noch ok gewesen (ist vielleicht besser fuers schaeren, damit er sich nicht verletzt). Aber um den ganzen die Krone aufzusetzten, blieb er dort eingespannt und alle Touristen durften den total verstoerten Hasen anfassen. Der war natuerlich schon in totaler Panik. Uns hats damit gereicht und wir sind raus (die Anzeige ist auch schon beim Tierschutzbund eingegangen). Absolut daneben!
Lange Hinfuehrung zum eigentlich Punkt: wir waren hinterher stink sauer auf die Leute hier! Man kommt sich hier vor wie in der Vergangenheit! Alle sind total selbst verliebt und “private land” ist ja das heiligste… bloss keinen Fuss drauf setzen, koennte ja sonst was passieren. Jagen und Waffen sind hier auch das absolute Non-Plus-Ultra! Laufend gibts Unfaelle, weil Leute besoffen fahren und auch sonst fahren sie wie die kaputten. Tiere werden wie Dreck behandelt und alles was von aussen kommt wird als “Pest” bezeichnet.
Damit sind wir beim eigentlichen Punkt! Natuerlich wurden Tiere und Pflanzen eingeschleppt, die hier nicht her gehoeren und natuerlichen Einwohner stoeren, aber was ist denn die groesste Pest des Landes? Sind die Siedler nicht auch einfach mal so her gekommen? Das ist absolut die groesste Pest! Und gegen die Millionen eingeschleppten Schafe und Rinder hat auch keener was… weil die bringen ja Geld! Das ist auch das wichtigste hier! Bis auf wenige Ausnahmen (die es auch gibt!), sind die Leute nur sau freundlich wenn sie Geld mit einen verdienen! Ich spar mir jetzt den ganzen Rest, aber am Ende sind wir zum Schluss gekommen, dass es eigentlich wie in Indonesien ist (von den Leuten her). Eigentlich erwartet man von nem zivilisierten Land etwas mehr, aber da haben wir uns wohl getaeuscht… von wegen gruenes Neuseeland! Dieses Land ist einer der groessten Umweltverschmutzer in der zivilisierten Welt (mit einer der hoechsten pro Kopf Verschmutzung)! Es gibt kein wirkliches Recyclingsystem (steckt erst in den Kinderschuhen) und jeden Tag werden Tonnen von Muell verbuddelt! Uebrigens Flaschenpfand gibts auch nicht mehr, der wurde abgeschafft… das muss man sich mal vorstellen! Wir sind nicht in nem dritte Welt Land! Dass sie extrem rassistisch sind (vorallem gegen Asiaten), hatten wir auch schon mal geschrieben, weil die boesen Leute von “draussen” ja die neuseelaendische Wirtschaft kaput machen… aber selbst mal reinklotzen um was zu leisten und aufzubauen, das geht auch nicht! Man merkt, es ist wieder mal kurz davor, bevor hier wieder Onkelz Texte auftauchen
Aber gut, genug gemeckert, am Ende sind wir auch nur Touristen und muessen nicht hier leben. Bald sind wir wieder auf der anderen Seite der Welt und die sollen hier unten machen was sie wollen! Alles klar, nun zum eigentlichen Bericht!
Wir haben neben diesen Sachen natuerlich auch wieder schoene Seiten am Land entdeckt (abseits der Zivilisation
). Nach dem letzten Stadtaufenthalt ging es zum Taranaki, dem Berg, der einfach mal so 2500m aus dem Boden reicht.

Die Tour ganz hoch war viel zu gefaehrlich und zu hart, deswegen gings auf den “kleinen” Berg links daneben. Trotzdem war die Tour hart genug… insegsamt ging die Tour ueber 3337 Stufen hoch und runter (daher auch der Titel
). Was auf der einen Seite toll war – es ging schnell nach oben, ohne einen weiten Weg – waren wir hinterher total fertig, ich selbst konnte 3 Tage nicht mehr richtig laufen. Der Aufstieg selbst hat sich aber gelohnt. Toller Ausblick! Nach den Stufen ging es extrem steil nach oben, ueber loses, scharfkantiges Vulkangestein. Das Wetter drohte dann aber umzuschlagen und wir haben uns kurz vorm Gipfel dazu entschieden, umzukehren, weil es sonst zu gefaehrlich geowrden waere. Der Weg hat sich aber wieder gelohnt und wir haben sogar wieder den Vulkan vom Tongariro Crossing gesehen!
Die letzten Stufen
Ueber den Wolken…
Danach ging es durchs Inland ueber den “Forgotten World Highway” nach Norden. Wies der Name schon sagt, ging es durch kaum bevoelkerte Regionen des Landes mit unzaehligen gruenen Huegeln. Naechstes Ziel war Waitomo mit den beruehmten Hoehlen. Die erste Station, die Shaering Shed wurde ja oben schon genug erlaeutert, weiter ging es zu den Hoehlen. Eigentlich kommt man nur mit “Adrenalin Touren” rein, die 200$ + kosten, aber es gibt auch Alternativen. Zunaechst ging es zu einer Wanderung durch Kalksteingebilde (die aehnlich wie die Pancake Rocks der Suedinsel aussahen). Danach zu einen seeeehr schoenen Wasserfall (wo dann auch die Sonne raus kam und einen schoenen Regenbogen gezeichnet hat). Danach ging es zu einer riesigen natuerlichen Bruecke, die durch den Einsturz einer Hoehle entstanden ist. Direkt daneben gabs versteinerte Austern zu bestaunen. Dort haben wir dann ein paar Stunden auf dem Parkplatz gewartet und sind im dunkeln nochmal rein um tausende Gluehwuermchen zu bestaunen! Phantastisach
Weiter gings am Meer entlagen zu einer heissen Quelle direct am Strand. Das Prinzip ist einfach: man wartet auf Ebbe, buddelt ein Loch, das laeuft mit heissem Wasser voll und man macht es sich gemuetlich darin. Allerdings war es gar nicht so einfach die Quelle zu finden… Kerstin hats dann aber tatsaechlich geschafft und wir konnten anfangen zu graben (haben uns uebrigens extra einen Spaten dafuer gekauft
). Dann sind auch noch 2-3 andere Loecher gebuddelt worden, aber an sich war es sehr ruhig dort. Das gleiche gibt nochmal weiter noerdlich von hier, nur der ander Strand soll viel ueberfuellter sein, so dass das wieder ein sehr schoener Ort war (aehnlich wie der Bach vom letzten Mal)!
Sie hats gefunden!!!
Unser Pool
Weiter am Meer entlang kamen wir dann zu einem weiteren Wasserfall und sind dann schliesslich seit langem mal wieder ins Holiday Camp (unser Trinkwasser war fast alle
)! Tja und nun sind wir hier in Hamilton, der 4. groessten Stadt des Landes und auf dem Sprung in den aeussersten Norden. Gestern haben wir uns das einzigste – aber absolut sehenswerte! – Highlight der Stadt angeschaut: der botanische Garten!
Hier der italienische Garten
Es gab viele Themengaerten aus unterschiedlichen Laendern. Alles wunderschoen angelegt und das Wetter hat auch mitgespielt! Heute gibts noch ein wenig organisatorischen, bevor es morgen weiter geht!
Das solls wieder gewesen sein! Spar mir den Abschlusskommentar heute… Tolles Land und Leute… (zweigeteilten Unterton beachten
)
(nur kurz: unsere Malaysia Planung ist jetzt eigentlich abgeschlossen, wenn mal wieder mehr Zeit ist, schreib ich hier mal genau, was wir vorhaben! Was toll ist, ab Singapur reisen wir zusammen mit Herrn Sofke und Steffen (wer ihn nicht kennt: wir waren zusammen in der Schule). Schoen das es klappt! Nach einer Woche trennen wir uns dann – nicht jeder hat ja so viel Zeit wie wir
)
Claudia sagte,
März 24, 2009 @ 4:47 pm
Tja wie in jedem Land ist nicht alles Gold was glänzt. Und man findet auch überall Gemeinsamkeiten.
Das mit der Anzeige finde ich gut. Hoffentlich kommt dabei was raus.
Laßt euch aber nicht die Freude verderben. Immerhin sind die Touristen selber mit dran schuld. Wenn sie sich sowas nicht anschauen würden, würde das auch ganz schnell abgeschafft werden. Ist halt immer ein zweischneidiges Schwert.
lg